Elfmeterschießen-Drama: HSV-Frauen kämpfen im Nordderby um einen Punkt

Jonas Müller
22.02.2026 | 16:34

Das Nordderby zwischen den HSV-Frauen und Werder Bremen bot Spannung bis in die Schlussphase - intensiv geführt und mit reichlich Emotionen. Allerdings stand auch Schiedsrichterin Karoline Wacker im Mittelpunkt, die mit ihrer konsequenten Linie gleich dreimal auf den Punkt zeigte.

Nach 17 Minuten entschied sie erstmals auf Elfmeter für Hamburg. Melanie Brunnthaler war bereits auf dem Weg aus dem Strafraum, als sie von Michelle Ulbrich ungeschickt zu Fall gebracht wurde. Sophie Hillebrand übernahm Verantwortung und verwandelte sicher oben rechts zur 1-0-Führung.

In der Folge übernahm Werder Bremen, als klar favorisiertes Team, mehr und mehr die Kontrolle. Mehrfach musste entweder eine HSV-Verteidigerin klären oder Torhüterin Lea Paulick eingreifen. Doch auch die Gastgeberinnen blieben vor 12.276 Zuschauern im Volksparkstadion - so viele wie nie zuvor bei einem HSV-Bundesligaspiel der Frauen - gefährlich. Vor allem Lotta Wrede sorgte immer wieder für Unruhe. Nach einem Zweikampf mit Michelle Weiss ging sie zu Boden. Obwohl die Situation nicht eindeutig wirkte, entschied Wacker erneut auf Strafstoß. Diesmal war Hillebrands Versuch allerdings zu unplatziert, sodass Mariella El Sherif parieren konnte.

Die verpasste Chance auf das 2-0 sollte sich rächen. Kurz nach der Pause geriet der HSV stärker unter Druck. Nach einem Foul von Paulina Bartz an der früheren Hamburgerin Larissa Mühlhaus gab es den dritten Elfmeter des Spiels - und diesmal traf die Gefoulte selbst zum 1-1-Ausgleich in der 63. Minute.

Danach war Bremen dem Führungstreffer näher. HSV-Trainerin Liese Brancao räumte ein, dass die zweite Halbzeit eher an die Gäste ging. Dennoch hatte Hamburg kurz vor Schluss die große Möglichkeit zum Sieg: In der 88. Minute lief Hillebrand nach einem starken Pass von Leni Eggert frei aufs Tor zu, setzte den Ball jedoch über die Latte. Im direkten Gegenzug rettete Paulick mit einer starken Parade gegen Verena Wieder.

Am Ende blieb es beim 1-1, ein Ergebnis, mit dem die HSV-Frauen gut leben konnten. Brancao zeigte sich stolz auf die Entwicklung ihrer Mannschaft. Gerade die Fähigkeit, schwierige Phasen zu überstehen, habe zuletzt gefehlt. Mit nun drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze will das Team den positiven Trend nach der Länderspielpause fortsetzen.