Zugbegleiter eröffnet Kunstgalerie und Atelier am Bahnhof Knaresborough

Jonas Müller
21.02.2026 | 17:38

Für einen ehemaligen Zugbegleiter ist ein lang gehegter Traum Wirklichkeit geworden. Paul Mirfin, 51 Jahre alt, der viele Jahre als Schaffner tätig war und nebenbei malte, hat nun eine eigene Kunstgalerie direkt an dem Bahnhof eröffnet, an dessen Strecke er früher arbeitete.

Mehr als zwei Jahrzehnte war er für Northern Rail auf der Verbindung zwischen Leeds und York über Harrogate im Einsatz. Erst während der Corona-Pandemie griff er intensiver zum Pinsel - zunächst, um mit eigenen Ängsten besser umgehen zu können. Was als persönliches Projekt begann, entwickelte sich rasch zu einer neuen beruflichen Perspektive. Seine impressionistischen Ölgemälde fanden Anklang, und inzwischen bestreitet er damit seinen Lebensunterhalt.

Im vergangenen Monat bezog er Räume im denkmalgeschützten Bahnhof von Knaresborough. Für ihn ist der Standort ideal - Kunst und Züge direkt vor der Tür. Viele Reisende kennen ihn noch aus seiner Zeit als Zugbegleiter und schauen nun in seiner Galerie vorbei. Die Unterstützung aus der Region sei groß, erzählt er, und der Ort habe sich schnell zu einem kleinen Treffpunkt für die Gemeinschaft entwickelt.

Geboren in Sheffield, lernte er seine spätere Ehefrau einst während einer Zugfahrt kennen. Als Sohn zweier Künstler war ihm die Kreativität ohnehin in die Wiege gelegt. Heute lebt er mit seiner Familie in Knaresborough.

Sein Durchbruch als Künstler brachte ihm 2023 sogar einen besonderen Auftrag ein. Ein Kunde bat ihn, ein Gemälde als Geburtstagsgeschenk für einen alten Schulfreund anfertigen zu lassen - dieser war niemand Geringeres als der damalige Prinz Charles. Gewünscht war die Darstellung eines Baumes in Harrogate, der einst von ihm gepflanzt worden war und inzwischen in voller Blüte stand. Das fertige Werk wurde nach Clarence House geschickt, und Mirfin erhielt eine schriftliche Bestätigung über den Eingang des Bildes.

Auf Bahnsteig zwei ist seine Galerie nicht das einzige Geschäft. Nebenan befinden sich auch ein Pub und ein Antiquitätenladen. Der Bahnbetreiber Northern betont, dass viele Stationen im Netz ähnliche Entwicklungen durchlaufen und sich zu lebendigen Orten mit eigenem Charakter wandeln. Der zuständige Direktor lobte die Galerie als Bereicherung für den Standort.

Zusätzlich zu seinen eigenen Räumen präsentiert Mirfin einige Werke auf großen Tafeln gegenüber, auf Bahnsteig eins. Außerdem bietet er Malkurse in Öl an - am liebsten für Teilnehmer, die mit dem Zug anreisen.