Ukraine-Krieg - Selenskyj wirft Trump unfairen Druck auf Kiew bei Gesprächen in Genf vor
18.02.2026 | 15:51
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Donald Trump vorgeworfen, in den laufenden Verhandlungen über ein Ende des seit fast vier Jahren andauernden Kriegs mit Russland unangemessenen Druck auf die Ukraine auszuüben. Die Gespräche zwischen russischen, ukrainischen und US-Vertretern finden derzeit in Genf statt.
Selenskyj erklärte, er hoffe, Trumps jüngste Äußerungen seien lediglich Verhandlungstaktik und nicht Ausdruck einer festen politischen Entscheidung. In einem Interview mit Axios kritisierte er, dass Trump öffentlich immer wieder Kiew zu Zugeständnissen auffordere, während Moskau deutlich seltener in die Pflicht genommen werde. Das sei nicht gerecht, sagte Selenskyj.
Zugleich machte der ukrainische Präsident deutlich, dass ein Friedensplan, der die Abtretung von Gebieten vorsieht, die Russland im Donbas bislang nicht erobert hat, in einem Referendum kaum Unterstützung finden würde. Eine solche Lösung sei für viele Ukrainer nicht akzeptabel.
Trump hatte in den vergangenen Tagen mehrfach betont, es liege vor allem an der Ukraine und ihrem Präsidenten, die Gespräche voranzubringen. An Bord der Air Force One sagte er, die Ukraine müsse schnell an den Verhandlungstisch kommen, wenn die Gespräche erfolgreich sein sollten.
Von russischer Seite gab es keine offiziellen Stellungnahmen. Russische Nachrichtenagenturen zitierten jedoch eine anonyme Quelle, wonach die Gespräche angespannt verlaufen seien und sich über rund sechs Stunden erstreckt hätten. Demnach fanden bilaterale sowie trilaterale Treffen statt. Beide Seiten hätten vereinbart, die Gespräche am Mittwoch fortzusetzen.